Ein paar Infos für Conventions

Wir haben kürzlich einen Beitrag per Mail über Conventions erhalten und würden diesen gerne mit euch teilen. Es steht die ein oder andere Information drin, die sicher auch für euch relevant sein könnte…
Auch auf Englisch verfügbar.

Also, die Conventions.

Ganz allgemein: Seid nett, bleibt freundlich und denkt dran, dass sich alle den Allerwertesten abarbeiten für euch.

Geschenke für Schauspieler

Vorzugsweise klein, einfach, ungefährlich.

Essen, Süßkram, Plätzchen? Bitte nicht. Erstens: Manche Leute haben Allergien, von denen ihr nichts wisst. Wenn ihr schon wisst, dass jemand Allergiker ist, aber nicht auf was er/sie reagiert, dann bitte erst recht nicht. Wenn ihr wisst, euer Star mag etwas ganz besonders… dann denkt dran, dass das auch andere wissen. Er/sie bekommt genau das mit Sicherheit ständig zugesteckt, und glaubt mir – jeder einzelne Mensch kann nur begrenzte Mengen der gleichen Sache essen. Wenn’s denn partout sein muss, nehmt wenigstens was Gekauftes. Mit Zutatenliste drauf (weil, siehe oben). Bitte nichts Selbstgemachtes. Es gibt auf dieser Welt kaum jemanden, der schlechter drin ist, auf sich aufzupassen, als “Stars” auf Conventions. Macht es ihnen (und den Mitarbeitern, die eigentlich sicherstellen sollten, dass bestimmte Sachen nicht passieren) nicht noch schwerer. Ja. Klar. Wenn du den Eindruck machst, dass du dringend erwartet, dass dein Geschenk jetzt aufgemacht und probiert wird, dann wird das mit großer Wahrscheinlichkeit passieren. Im Schnitt sogar dann, wenn der Empfänger weiß, dass es ihm nicht gut tut. Lieber Bauchschmerzen als Fans enttäuschen. Bitte einfach gar nicht erst in die Situation bringen.

Es ist noch nicht allzulange her, da gab es auf einer Con einen Zwischenfall. Anderer Kontinent, ich war nicht da, aber es wurde bei uns heiß diskutiert. Es wurde Abend und einem der Gäste ging es nicht gut. Okay. Untertreibung. Es ging ihr absolut beschissen. Der erste Gedanke war Schlaganfall, und dann hieß es ganz schnell: “Umwelteinflüsse”. In dem Zusammenhang ist das eine nette Weise, “Gift” zu sagen. Es war dann am Ende die Farbe, mit der ihr Hotelzimmer frisch gestrichen war, auf die sie reagierte, aber ihr könnt mir eines glauben: Ich hätte in dem Moment nicht der arme PA sein wollen, der sich hoffentlich sicher war, dass sie nichts in den Mund gesteckt hatte, das nicht vom Venue kam.

Noch was: wenn ihr Süßkram usw. verschenkt, geht bitte davon aus, dass das Zeug am Ende unter den Mitarbeitern aufgeteilt wird, nicht unter den Schauspielern. Siehe oben: Der menschliche Magen hat nur begrenztes Fassungsvermögen.

Die Menge, die ein einzelner Mensch im Flieger mitnehmen kann, ist ebenfalls begrenzt. Insbesondere dann, wenn er nicht heim fliegt, sondern zum nächsten Arbeitseinsatz. Wenn ihr was verschenkt, das zwar nichts zum essen ist, aber groß, zerbrechlich, schwer, kompliziert geformt, etc., dann geht davon aus, dass es nicht mit nach Hause geht. Die Zeit, um sich um irgendwelche Transportfragen zu kümmern, ist beschränkt. Keiner schickt irgendwem Krempel nach (die Mitarbeiter gehen am Sonntagabend auch heim…). Wenn’s nicht leicht in den Koffer passt, muss es schon ein verdammt gutes Geschenk sein, dass es mitgenommen wird. Außer vielleicht, wenn jemand grade seine erste Con hat und alles noch was ganz besonderes ist.

Für eine der 2019er Cons hatte jemand diese geniale Idee mit dem Fundraiser für die Anti-Bullying Kampagne in Doms Namen. Das nenne ich mal eine gelungene Aktion. Ist ihm wichtig, wird ihn ansprechen und ist leicht mitzunehmen.

Autogramme

Zuallererst: erwartet bitte nicht, erkannt zu werden. Die Leute gehen auf ein halbes Dutzend Cons im Jahr und mehr, treffen XXX Leute auf jeder davon, außerdem haben sie ihre Arbeit, andere Events, irgendwelche Fans, die sie im Privatleben noch abpassen… kein Mensch erinnert sich an alle Gesichter. Oder auch nur an die meisten. Es werden ja oft noch nicht mal die Mitarbeiter wiedererkannt mit denen sie schon gearbeitet haben – gleicher Grund. Viel zu viel Leute. Das ist OK. Vollkommen OK.

Natürlich werden sie so tun als ob sie euch erkennen, wenn es irgendwie geht und ihr durchblicken lasst, dass ihr euch schon mal gesehen habt. Das ist ihr Job. Und in der Regel sind sie gut drin. Das ist auch ihr Job. Das sind Schauspieler. Die schauspielern. Isso. Technisch ist es vielleicht nicht mal so anders, als wenn dir der Wahrsager sagt, was du gerne hören möchtest. Und genauso ist es anstrengend. Es kostet ‘ne Menge Konzentration. Macht es den Leuten doch ein bisschen einfacher. Wenn ihr wollt, dass sie wissen, dass ihr sie schon getroffen habt, sagt ihnen wann und wo, und lasst sie nicht raten. Und wenn sie’s nicht hinbekommen? Bitte nicht sauer werden.

Wenn ihr wirklich, ehrlich auf einer Con erkannt werdet, ist das in den allermeisten Fällen kein gutes Zeichen. Das heißt ihr seid aufgefallen, und zwar in der Regel negativ. So sehr, dass ihr jemandem aus X-hundert Leuten im Gedächtnis geblieben seid.

Selbstverständlich unterhalten sie sich mit euch. So soll das auch sein. Auch das ist ihr Job. Bitte: fasst euch kurz. Wenn ihr was Langes, kompliziertes zu sagen habt, schreibt es doch vorher auf und übergebt es als Brief. (Kann aber sein, dass es erst von jemand anders gelesen wird. Ihr würdet nicht glauben, was für “Briefe” einige Schauspieler so bekommen…). Andererseits gibt es natürlich auch Situationen, in denen sie’s sofort durchlesen. Es kommt eben stark auf den Einzelfall an. Die Zeitpläne auf Cons sind sehr knapp. Der Organisator will so viele Autogramme usw. verkaufen, wie er nur kann. Es ist nie genug Zeit. Die Schauspieler reden mit euch – siehe oben – und werden euch kaum unterbrechen, wenn ihres nicht allzusehr übertreibt. Nur, denkt bitte an folgendes: Die Zeit, die ihr benötigt und die über die Zeit hinausgeht, die für ein Autogramm geplant ist? Die geht nicht von der Zeit ab, die der nächste in der Schlange bekommt. Oder der danach. Das kommt alles aus den Pausezeiten der Schauspieler. Und die sind eh schon kurz. (Auf einer Con, auf der ich ’18 gearbeitet habe, hatte eine Schauspielerin an einem nachmittag drei (3!) 5-Minutenpausen EINGEPLANT. Was sie davon bekommen hat, könnt ihr euch vorstellen. Nein, das ist nicht normal und es war echt extrem, aber es geht so in die Richtung).

Fotos

Poses: Bitte denkt euch was Einfaches, Schnelles und Ungefährliches aus. Auch hier: Alle Zeit, die ihr über den Plan verbraucht (und der Organisator plant NIE genug ein) wird nur durch kürzere Pausezeiten für euren Lieblingsschauspieler ausgeglichen.

Cons haben möglicherweise/wahrscheinlich Regeln dazu, welche “Poses” erlaubt sind, wie viel angefasst werden darf usw. Schauspieler halten sich nicht immer dran. Ist bekannt. Die Organisatoren tolerieren es, die Mitarbeiter sind nicht begeistert, aber du kannst dich ja schwer hinstellen und dem Herrn oder der Dame da vor seinen/ihren Fans eine Standpauke halten. Wenn ihr als Fans etwas wollt, und es irgendwie geht, dann werden viele Schauspieler schauen, dass sie es auch hinkriegen. Wenn offenbar euer persönliches Glück davon abhängt auch.

Es könnte aber passieren, dass euch jemand sagt, dass das, was ihr wollt nicht geht. Bitte, akzeptiert es dann. Es wird Gründe geben. Selbst wenn ihr nichts Schlimmes machen würdest – denkt bitte dran: Die Messlatte, um sicherzustellen dass auf der Con nichts passiert? Das seid nicht ihr. Das ist der schlimmste anzunehmende Fan im Gebäude. Und wisst ihr was? Schlimmste anzunehmende Fans sind verdammt gut drin, harmlos zu wirken – bis sie sich einen Schauspieler schnappen und unversehens versuchen, ihm einen Zungenkuss aufzudrängen. Alles schon passiert. Nein, es ist nicht persönlich. Aber wir können euch nichts in den Kopf schauen und erkennen, wo ihr hingehört.

Und – selbst ohne es böse zu meinen, passiert das eine oder andere. Ich erinnere mich da an eine Con aus dem letzten Jahr, da hatten wir unter anderem einen Ellbogen in einem Gesicht, einen ziemlich grünblauen Fuß, eine blutende Hand und einen zerrissenen Pulli. So ziemlich alles ehrliche Unfälle (gut, beim Fuß sind wir bis heute nicht sicher). Denkt doch mal drüber nach, einfach wieder zu den einfachen Fotos der 1990er zurückzukehren. Schnell, einfach und ungefährlich. Danke euch!

Noch was: Wenn jemand zu erkennen gibt, dass er gerade nicht angefasst, umarmt oder sonstwas werden möchte, wird ein Mitarbeiter dazwischengehen. Bevor ihr euch über die unmöglichen Mitarbeiter beschwert – oder über den überheblichen Schauspieler – denkt bitte kurz dran, dass ihr keine Ahnung habt, was vor euch kam. Ein einzelner Mensch hält an einem Tag nur eine bestimmte Menge aus. Klar, die gehen auf ihre Cons und wissen: Sie werden angefasst, wie werden versehentlich begrabscht, “versehentlich” begrabscht, unter dem Vorwand des bezahlten Fotos vollkommen unverhohlen begrabscht, haben plötzlich Hände an unangemessenen Stellen und alle möglichen pikanten Andeutungen. Wenn der Punkt erreicht ist, an dem eine/r eine Pause braucht. Gönnt sie ihm/ihr bitte. Wahrscheinlich ist es nichts Persönliches. Möglicherweise erinnert ihr aber auch einfach gerade an jemanden, der sich in der Vergangenheit etwas besonders Unangemessenes geleistet hat, und es geht gerade einfach nicht. Bitte akzeptiert auch das.

Und wenn ihr ankommt, mit einer schönen einfachen und ungefährlichen Bitte für das Foto? Ich verspreche euch, ihr seid zumindest für die nächsten fünf Minuten der liebste Mensch sämtlicher anwesender Mitarbeiter und des Stars.

Im Korridor

Ihr trefft einen Schauspieler zufällig im Korridor an? Wenn’s irgendwie geht, bitte einfach ignorieren. Er ist auf dem Weg irgendwohin. Ist er auf dem Weg zur Pause, geht alle Zeit, die er mit euch redet, von der Pause ab. Ist er auf dem Weg zurück, kommt er zum nächsten Programmpunkt zu spät und die Zeit geht von der nächsten Pause ab.

Souvenirs

Nein.

Ihr befindet euch gerade mit einem Schauspieler im gleichen Zimmer und er lässt irgendwas unbeaufsichtigt rumliegen?

Lasst es liegen. Es ist keine Einladung an euch, ein Souvenir mitzunehmen. Hände wen.

Nein, auch nicht, wenn’s was ganz Kleines ist.

Nein, auch nicht, wenn es “nicht viel wert ist”.

Nein, auch keine Wasserflaschen.

Echt nicht. (Und nebenbei: jemandem in einer Situation, in der er wahrscheinlich eh schon grenzwertige dehydriert ist (Dauerzustand von Stars auf Cons) die schnelle Flüssigkeitsquelle wegzunehmen ist nicht witzig. Nochmal, und ganz ernsthaft: Conventions bedeuten so viel Stress und so wenig Zeit, dass so kleine Sachen wie Trinken gerne mal vergessen werden. Das wird nicht besser dadurch, dass nicht sofort was bei der Hand ist. Das ist jetzt aber seltsam genau rausgepickt als Situation? Ja. Ist halt gerade erst so passiert.

Abends

Und das sollte man eigentlich gar nicht sagen müssen. Leider muss man doch. Bitte folgt niemandem “heim”. Wenn ihr wisst, wo die Schauspieler untergebracht sind, geht nicht hin. Versucht nicht, nochmal ein Extragespräch, Fotos, freie Autogramme oder sonstwas zu holen. Die Leute kommen gerade von einem 18+-Stunden-Tag, hatten viel zu wenig Pausen, sind halb dehydriert, unterzuckert, brauchen eine Dusche, was zu essen, ne Menge zu trinken und ein Bett, und zwar nicht notwendigerweise in dieser Reihenfolge. Und am nächsten Tag müssen sie dann wieder voll da sein und weitermachen. Bitte lasst ihnen die Ruhe.

Wo wir gerade dabei sind – nicht auf Cons bezogen, aber bitte? Wenn ihr irgendwo einem Schauspieler über den Weg läuft. Sagen wir mal, er ist mit Freunden unterwegs und macht was. Sagen wir mal, Hochzeitsparty eines Freunds. Haltet Abstand. Haltet einfach Abstand. Nein, er schickt euch wahrscheinlich nicht weg. Ja, er wird sich wahrscheinlich mit euch fotografieren lassen und mit euch reden. Fans glücklich zu machen ist irgendwie Voraussetzung für ihr Einkommen. Nein, der Schauspieler wird wahrscheinlich keine Szene machen und die Hochzeit seiner Freunde ruinieren indem er euch rauswirft. Er weiß ja auch nicht, was für eine Reaktion zurück kommt (schlimmster anzunehmender Fan… ihr wisst schon).

Aber da Ding ist: Er sollte in die Situation überhaupt nicht erst kommen. Und es gibt keinen Grund, stolz quer übers Internet zu verteilen, dass ihr bei einer Party mit der ihr nichts zu tun hattet am Tisch eures Lieblingsschauspieles sitzen durftet. Das beweist nicht seine Nettigkeit den Fans gegenüber, sondern ausschließlich nur euren fehlenden Sinn dafür, wo ihr absolut nichts verloren habt. Es sind immer noch Leute, keine Besitztümer.

@AlterEgon

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